Rücker AG, Deutschland

     

Rücker AG: Ein schwieriges Jahr gemeistert


Trotz Geschäftsrückgängen schwarze Zahlen im Gesamtjahr 2009 – Nachfragezuwachs erwartet – 300 weitere Ingenieure gesucht - Erneut steuerfreie Dividende vorgeschlagen

25. März 2010

Der Verlauf des Geschäftsjahres 2009 war für die Rücker AG, Wiesbaden, von einem deutlich Auftragsrückgang geprägt. Dennoch konnte die börsennotierte Ingenieurgesellschaft das vergangene Jahr erneut mit schwarzen Zahlen abschließen. Dies hob Vorstandschef Wolfgang Rücker heute im Rahmen der Jahres-Pressekonferenz des Unternehmens in seinem Bericht über die Geschäftszahlen für 2009 besonders hervor.

Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise und deren erhebliche Belastungen hatten sich insbesondere auf die internationale Automobil- und Luftfahrt-Industrie ausgewirkt, für die der Rücker-Konzern als eine der führenden technologischen Entwicklungsgesellschaften tätig ist. Das Unternehmen beschäftigt sich mit seinen sechs inländischen und 19 ausländischen Tochtergesellschaften vorwiegend mit der Planung und Entwicklung von Autos, Flugzeugen, Anlagen, Maschinen, Schiffen und Schienenfahrzeugen sowie mit der damit zusammenhängenden technischen Beratung und Dokumentation. Vor allem, so der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Rücker, werden im Konzern Modelle und Modellvarianten der Zukunft entwickelt.

Die Auftragsvergabe an die Rücker-Gruppe hatte sich 2009 in allen Geschäftssparten deutlich abgeschwächt. So hatten zahlreiche Geschäftskunden wegen der verschlechterten wirtschaftlichen Lage geplante Projekte gestrichen oder auf später verschoben. Finanzielle Mittel für externe

Forschungs- und Entwicklungsaufträge waren erheblich reduziert worden. Die
im vergangenen Jahr gezahlten Prämien für die Stilllegung älterer Pkw hatten zwar in einigen Segmenten zu erheblich höheren Verkaufszahlen geführt, jedoch bei den Herstellern nicht zu einem Anstieg der Entwicklungsaufträge.

In der Luftfahrt hatten die rückläufigen Passage- und Frachtgeschäfte Rückgänge bei den Neubestellungen zur Folge. Darauf hatten die Hersteller mit der Verschiebung von Entwicklungsprojekten reagiert.

Steuerfreie Dividende als Vorschlag

Auf die sich abzeichnende negative Auftragslage hatte die Rücker AG zur Stabilisierung der Ergebnislage bereits frühzeitig und vorsorglich mit einem umfassenden Maßnahmenbündel reagiert, das unter anderem eine Optimierung der Personal- und Fixkosten sowie Strukturverbesserungen und Kurzarbeit umfasste. Diese Entscheidungen hatten bereits im 3. Quartal 2009 wieder zu einem positiven Konzernergebnis geführt. Erste Anzeichen einer geschäftlichen Erholung hatten auch einen positiven Einfluss auf die Entwicklung der Rücker-Aktie: Der Kurs hatte im Jahresverlauf von rund 4 auf mehr als 6 Euro zugelegt. Für die Aktionäre hat Vorstandschef Wolfgang Rücker eine gute Nachricht: "Vorstand und Aufsichtsrat haben beschlossen, der Hauptversammlung am 10. Juni 2010 im Rahmen einer kontinuierlichen Dividendenstrategie wiederum eine steuerfreie Ausschüttung in Höhe von 0,30 Euro pro Aktie vorzuschlagen."

Trotz Geschäftsrückgängen ein positiver EBIT-Wert

Auf Grund der deutlich negativen Auftragslage wurde im Gesamtjahr 2009 das Volumen des Vorjahres erheblich unterschritten. Der Umsatz ging um 25,5 Prozent auf 131,3 Mio. Euro (2008: 176,3 Mio. Euro) zurück. Für das operative

Ergebnis (EBIT) konnte 2009, so Rücker-Finanzvorstand Jürgen Vogt, mit 3,7 Mio. Euro zwar nach wie vor ein positiver Wert erzielt werden, der Rückgang (2008: 11,0 Mio. Euro) fiel jedoch sehr deutlich aus. Mit den Umsatz- und Ergebnisverschlechterungen im Konzern war auch ein Rückgang der EBIT-Marge verbunden. Sie fiel von 6,2 Prozent in 2008 auf 2,8 Prozent in 2009. Die Nettorendite verringerte sich von 3,7 Prozent auf 1,1 Prozent. Das EBITDA (Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) belief sich auf 7 Mio. Euro (2008: 16,9 Mio. Euro).

Der Konzernjahresüberschuss hatte zum Jahresende 2009 rund 1,5 Mio. Euro betragen und lag damit um 76,9 Prozent unter dem des Vorjahres (2008: 6,5 Mio. Euro).

Das Eigenkapital der Rücker AG ging geringfügig auf 34,7 Mio. Euro zurück (2008: 35,4 Mio. Euro), die Eigenkapitalquote erhöhte sich von 36,6 auf 43,6 Prozent. Der Konzern weist damit sowohl im Branchenvergleich als auch in Bezug auf andere Aktienwerte mittelständischer Unternehmen eine solide Finanzstruktur auf.

Die Rücker-Gruppe erzielte im vergangenen Geschäftsjahr 68 Prozent ihrer Umsätze in Deutschland. Der Rückgang war mit 22,6 Prozent geringer als im Ausland (31,1 Prozent).

Die Zahl der Mitarbeiter belief sich im Jahresdurchschnitt auf insgesamt 2.130 Beschäftigte (2008: 2.532) – hauptsächlich Ingenieure.

Zur weiteren Umsetzung der internationalen Unternehmensstrategie wurde 2009 in Kaluga, Russische Förderation, eine neue Rücker-Niederlassung gegründet.

Ausblick

Bereits zum Ende des Geschäftsjahres 2009 hatte es wieder eine Zunahme von Auftragsanfragen gegeben. Vorstandschef Wolfgang Rücker zu den Perspektiven: "Der Markt für Ingenieurdienstleistungen ist generell von Wachstumschancen geprägt, die sich aus der zunehmenden Modellvielfalt und einem erhöhten Outsourcing-Anteil ergeben." Um ihre Marktanteile zu festigen und auszubauen sowie um neue Märkte zu gewinnen, würden die Autohersteller nach Ansicht des Rücker-Vorstandsvorsitzenden in immer kürzeren Abständen neue Modelle entwickeln. Von Bedeutung sei auch eine Verkürzung von Entwicklungszyklen, da sich die Intervalle zwischen dem Marktstart eines Pkw-Modells und dessen Ablösung durch ein neues Modell zunehmend verkürzen würden. Daher könne sich der Rücker-Konzern mit seinem speziellen Geschäftsmodell auf zunehmende Aufträge für entsprechende Ingenieurleistungen einstellen.

Die künftigen Chancen für die Rücker AG liegen in der Vielfalt der geplanten Modelle in der Automobil- und Luftfahrt-Industrie mit den Themen umweltfreundliche Fortbewegung und Optimierung des Verbrauchs sowie die Geschäftsentwicklung in den Bereichen Anlagenbau, Bahntechnik und Schiffsbau.

Außerdem lässt die fortschreitende Entwicklung moderner Antriebssysteme, umweltfreundlicher Mobilität, neuer Sicherheitsvorschriften und zunehmender
Elektronik im Pkw für Rücker weiteren Aufschwung erwarten.

Auf Grund der bisher vorliegenden Anfragen und Aufträge sowie angesichts der zu erwartenden Geschäftserholung wird der Rücker-Konzern die Zahl der Mitarbeiter wieder aufstocken und sucht derzeit rund 300 qualifizierte Ingenieure.

Rücker AG – die börsennotierte Ingenieurgesellschaft


Die 1970 vom heutigen Vorstandsvorsitzenden und Hauptaktionär Wolfgang Rücker gegründete und seit dem Jahr 2000 börsennotierte Rücker AG, Wiesbaden, ist als Ingenieurgesellschaft eines der führenden technologischen Entwicklungsunternehmen. Kunden sind internationale Konzerne der Automobil- und Luftfahrt-Industrie, des Maschinenbaus, der Bahntechnik und des Schiffsbaus sowie deren Zulieferer. Im Automobilbereich werden für alle namhaften Hersteller virtuelle Entwicklungen in den Bereichen Karosserie, Innenausstattung und Elektrik erbracht. In der Luftfahrt erstreckt sich das Leistungsspektrum vom Styling von Flugzeuginnenräumen über die Konzeptentwicklung und Erstellung von Modellen und Prototypen bis hin zur Berechnung und Konstruktion von Rumpf- und Tragflächenstrukturen.

Der Rücker-Konzern ist an 35 Standorten in 18 Ländern vertreten.